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 Krick 28.07.2011 
 
ZD Racing ZRT 1 BL
1:8 Elektro Truggy


Krick Modelltechnik ist der Importeur des ZRT1 und
ergänzt das Lieferprogramm damit um einen Ready To Run Truggy mit Brushless-Elektroantrieb. Wie die meisten der RTR-Modelle kommt auch der ZRT1 aus Asien, genauer aus China. Der ZRT1 zeigt sich schon auf den ersten Blick interessant und auch bei genauerer Betrachtung ändert sich der erste Eindruck nicht – sehr interessant ...


Chassis
Wie andere Elektro-Modelle dieser Klasse so ist auch der ZRT1 auf einer Verbrenner-Bodenplatte aufgebaut, sie ist aus stabilem T6 Aluminium gefertigt und sauber verarbeitet.
Im Bereich der Achsen zeigt die 3 mm dicke Platte keine Schwachstellen, vorne beträgt der Kickup 9° und an den Längsseiten ist sie zur Versteifung abgewinkelt. Die Unterseite ist völlig glatt, alle Sechskant-Schrauben sind sauber versenkt.
Vorne, gleich hinter der Lenkung, wird der Elektro-Motor von zwei massiven Alu-Trägern gehalten, welche mit je zwei Gewindeschrauben an der Bodenplatte fixiert sind. Gegenüber ist das Lenk-Servo stehend auf dem Chassis positioniert.

In der Mitte hinter Motor und Servo ist das Mittel-Getriebe mit dem Hauptzahnrad montiert.
Diese Getriebeeinheit ist im Gegensatz zum Verbrenner aus der Fahrzeugmitte etwas nach vorne verschoben.
Den Platz rechts hinter dem Getriebe füllt die Akku-Box aus Plastik aus. Gegenüberliegend füllen die kleine Empfängerbox und der Fahrtenregler den freien Raum aus.
Vorder- und Hinterachse werden durch Streben zur Bodenplatte hin abgestützt. Die Abdeckungen der Lenkung und des Getriebes bestehen aus 3 mm dicken Alu-Platten, die vordere Chassis-Strebe ist ebenfalls aus Alu gefertigt, die hintere dagegen aus Kunststoff.

Kardan-Steckachsen verbinden die beiden Achsgetriebe mit dem Mitteldifferential, auch die Hinterräder werden über Steckachsen angetrieben.
Der Antrieb der Vorderräder erfolgt über Kardan-Gelenkwellen.
Der Träger für den Heckflügel ist auf die Hinterachse aufgebaut, der Flügel kann in der Neigung verstellt werden.

Fahrwerk
Alle Räder hängen einzeln an langen Trapez-Querlenkern. Die oberen Querlenker sind vorne und hinten als schmale Dreiecks-Querlenker ausgeführt, welche mit kurzen L/R Gewindestangen mit Kugelpfannen verbunden sind, der Radsturz lässt sich daher einfach einstellen.
Die Drehachsen der oberen Dreieckslenker lagern in Einsätzen in entsprechenden Ausfräsungen der Dämpferbrücken, das Rollzentrum kann durch Umdrehen der Einsätze verstellt werden.

Alle Querlenkerhalter sind aus Aluminium CNC gefräst, auch die vorderen Lenkhebel und die hinteren Achsböcke. Die Lenkhebel aus Aluminium sind in C-Radträgern drehbar aufgehängt.
Der obere Teil der C-Hubs lässt sich auswechseln, über unterschiedliche Teile kann der Nachlauf um 17 bis 24° geändert werden (verbaut sind die 24° Teile).
Der Ausfederweg kann an allen unteren Querlenkern über gut zugängliche Wurmschrauben begrenzt werden. Bügelstabilisatoren an Vorder- und Hinterachse sorgen in Kurven für den nötigen Bodenkontakt.

Die BigBore Gewinde-Stoßdämpfer können hinten und vorne an 7 verschiedenen Positionen befestigt werden. Der Rad-Sturz kann für alle Räder einfach über die Links-/Rechts-Gewinde der oberen Querlenker eingestellt werden.
Die Spur an der Vorderachse ist neutral, lässt sich jedoch ebenfalls einfach über die Spurstangen mit L/R Gewinde justieren, an der Hinterachse kann die Spur nur durch andere Querlenkerhalter verändert werden, mit den verbauten Haltern ist die Spur hinten -3,5°.

TIPP: Es lohnt sich immer, das Setup eines RTR-Fahrzeuges zu kontrollieren, um eventuelle Einstellungsdifferenzen zu beheben.

Lenkung
Über die 4 mm dicken Spurstangen aus Stahl, ausgestattet mit Links-/Rechts-Gewinden, und der 5 mm Alu-Lenkplatte mit 4 Befestigungspunkten für unterschiedlichen Ackermann-Effekt lässt sich die Lenkung individuell einstellen.
Kugellager auf den Drehachsen der Lenkung sorgen für Leichtgängigkeit. Der Federdruck des Servosavers ist über eine gut zugängliche Rändelschraube verstellbar.
Das stehende Lenkservo könnte etwas schneller arbeiten, verrichtet jedoch zuverlässig seinen Dienst.
Die Anlenkung für das Lenkservo besteht aus einer Gewindestange mit L/R-Gewinden und Kugelpfannen.

4WD-Antrieb und Bremse
Die Kraftübertragung vom Elektro-Motor erfolgt über ein 16 Zähne Ritzel direkt auf das 56 Zähne Hauptzahnrad des Mittel-Differentials.
Stählerne Kardan-Steckwellen verbinden das Mitteldifferential mit den Differentialen der Achsen. Alle Ausgleichsgetriebe sind mit 4 Satelliten Kegelrädern und 2 Tellerrädern aufgebaut.
Die Zahnräder in den Getrieben sind gehärtet, die Satelliten sind mit Scheiben unterlegt. Die Getriebe sind alle mit Fett befüllt, können jedoch auch mit Silikonöl befüllt werden, die nötigen Dichtungen sind schon verbaut.

Stahl-Gelenkwellen drehen die Vorderräder über 17 mm Sechskant-Felgen-Mitnehmern aus Alu, die Hinterräder werden über Kardan-Steckwellen angetrieben. Der komplette Antrieb ist kugelgelagert wobei nur eine Lagergröße verwendet wird.
Eine Bremsanlage gibt es im ZRT1 nicht, da der Antrieb über den Brushless-Motor abgebremst wird. Die Räder aus Stollen-Reifen mit niedrigem Querschnitt auf Disk-Felgen sorgen für optimale Traktion auf den meisten Geläufen.

TIPP: Differentiale entfetten und mit Silikonöl befüllen um eine Sperrwirkung zu erreichen, z.B. vorne und mitte 10.000 cSt sowie hinten 7.000 cSt. Auf alle Gewindeschrauben in Metall und auch auf die Blechschrauben der Getriebe etwas mittelfesten Schraubenlack geben. Alle Zahnräder und Kardan-Gelenkköpfe mit Graphitfett schmieren.

Motor
Der solide aufgebaute bürstenlose Elektromotor mit der Kennzahl von 2100 kV stellt ein sehr gutes Drehmoment zur Verfügung und liefert an 14,4 Volt über 30240 Umdrehungen im Leerlauf.
Das Triebwerk ist 44 x 63 mm groß und besitzt eine 6 mm Welle.

Regler
Die Steuerung übernimmt der Brushless-Speed-Controller, er kann mit 7,2 bis 14,4 Volt gefüttert werden. Der Regler kann mit 120 A Dauerstrom für 5 Minuten umgehen und stellt über BEC 5 Volt Spannung bis 3A zur Verfügung.
Der ESC ist bereits auf LiPo Akkus, Rückwärtsgang ein, Motorbremse aus und 60% Bremse programmiert. Der ESC erkennt die Zellenzahl und schaltet beim Erreichen der Entlade-Spannung den Motor ab.

Der Regler unterbricht die Stromversorgung zum Motor sobald der Regler überhitzt. Laut Anleitung schaltet der Regler den Motor auch ab, sobald kein gültiges Steuersignal vom Empfänger kommt, bei einem Test mit einer anderen RC-Anlage war dies aber nicht der Fall, daher raten wir, die Failsafe-Funktion der RC-Anlage zu verwenden.

Für den Empfänger stellt der ESC über ein BEC System (Spannungsregler) 5 Volt mit bis zu 3 Ampere zur Verfügung. Mit dem ESC lässt sich der ZRT1 sanft beschleunigen, allerdings kam beim Testmuster der Motor mehrmals nicht auf Touren, wenn zu langsam angefahren wurde.
Der Rückwärtsgang lässt sich nach Betätigung der Bremse schalten, aus dem Rückwärtsgang schaltet der Regler nach einer Sekunde automatisch in den Vorwärtsgang.

TIPP: Vor der ersten Ausfahrt das Modell aufbocken und die Reglereinstellungen prüfen und eventuell nach eigenen Bedürfnissen neu programmieren. Das Fahrzeug im aufgebocktem Zustand nur vorsichtig beschleunigen und nie aus der Rückwärtsfahrt mit voller Beschleunigung in den Vorwärtsgang schalten, dabei können die Getriebe beschädigt werden.

Fahrakkus
Im RTR-Set des ZRT1 sind auch leistungsfähige Lithium-Polymer Akkus enthalten. Die beiden Akku-Packs sind in Hardcases aus Kunststoff eingeschweißt und haben Anschlüsse für Goldkontaktstecker.
Die Packs sind ROAR geprüft und liefern 7,4 Volt und eine Kapazität von 4000 mAh (2S1P). Die Akkus können mit 25C belastet werden, das sind immerhin 100 A, geladen werden sollten sie mit 1C (aber nicht unter 3A), das schont die Zellen.

ACHTUNG: Akkus nie kurzschließen, sie werden sofort beschädigt. Akkus nie am Regler verpolen, der Regler nimmt sofort Schaden. 2S LiPo-Akkus nie unter 6 Volt entladen, die Zellen werden dabei beschädigt. LiPo-Akkus nur mit geeigneten Ladegeräten und nur mit Balancer (kleiner Stecker für Balancer) laden. Akkus nie unbeaufsichtigt laden. Wer sich an die Regeln hält, kann sich lange über wartungsfreundliche Akkus freuen.

RC-Anlage
Bestehend aus dem T3G-2400 Computer-Drehknopf-Sender in 2,4 GHz FHSS Technologie mit 3 Funktions-Kanälen und dem 3-Kanal Empfänger R3-2400.
Vor der ersten Benutzung müssen Sender und Empfänger gepaart werden, das geht mit dieser Anlage ganz einfach: Sender anschalten, Empfänger einschalten und den Codierungsknopf gedrückt halten bis die grüne LED konstant leuchtet, fertig.

Am Sender werden die eingestellten Werte analog über LEDs angezeigt. Die Stromversorgung des Pistolen-Senders erfolgt über 4 AA Zellen, eine rote Power-LED signalisiert den betriebsbereiten Sender.
Hinter dem Lenkrad sind je ein Direktschalter für die Trimmung der Lenkung und Gas/Bremse angeordnet. Über Up/Down Schalter am Pistolengriff kann die Dual-Rate Funktion für die Lenkung gesteuert werden.
Über zwei Schiebeschalter kann die Drehrichtung für Kanal 1 und 2 eingestellt werden. Ein Schiebeschalter auf der Oberseite des Senders bedient den 3. Kanal als reinen Schaltkanal, also ein und aus.

Akkus können über eine Ladebuchse im Sender geladen werden. Der Sender ist leicht und handlich. Das Lenkrad ist mit Moosgummi bezogen und daher griffig, der Drehbereich ist etwas gering und schwergängig.
Eine Failsafe-Funktion ist im Manual nicht beschrieben, jedoch läuft ein angeschlossenes Gas-Servo nach dem Abschalten des Senders immer auf Neutralstellung.

TIPP: Die Gastrimmung am Sender auf Neutral stellen um für den Rückwärtsgang bzw. die Bremse genügend Regelbereich zu bekommen.

Handbücher
Die Bauanleitung ist sehr detailliert und gut bebildert und enthält neben den Beschreibungen der Elektronik eine Explosionszeichnung, Abbildungen der Ersatzteile-Sets mit Bestellnummern sowie eine Teileliste.
Zusätzlich gibt es noch je ein Din A4 Blatt mit technischen Daten und guter Anleitung für den Fahrtenregler und den Drehknopfsender.

Karosserie
Die stabile, sehr flach gehaltene Haube ist aus ca. 0,8 mm Material gefertigt, sie ist lackiert und beklebt, nur eine Bohrung für die Antenne muss noch angebracht werden.


Der ZRT1 in der Praxis
Für den ersten Start sind folgende optionale Teile nötig:
- 4 AA Akkus für den Sender
- Ladegerät für LiPo-Akkus
Für unseren Fahrtest verwenden wir optionale 4 NiMH Mignon Akkus für den Sender und die voll geladenen LiPo-Packs aus dem RTR-Set.

Die Beschleunigung des ZRT1 ist beeindruckend und auch die Endgeschwindigkeit ist nicht weniger imposant, auf einer langen Geraden wird der Truck wirklich sehr schnell.
Der ZRT1 lässt sich gut steuern, allerdings macht sich bei hohen Kurvengeschwindigkeiten oder schnellen Lenkmanövern das langsame Lenk-Servo negativ bemerkbar
Die serienmäßige Einstellung des Servo-Savers ist viel zu weich und die Feder muss daher beherzt zugedreht werden, was bei der gut zugänglichen Rändelschraube aber kein Problem darstellt.

Das Fahrwerk reagiert gut auf Unebenheiten, taucht aber sehr schnell und tief ein, dieses Verhalten kann durch die Abstimmung der Dämpfer mit Silikonölen in passender Viskosität beeinflusst werden.
Nach 10 Minuten Fahrt unter rennähnlichen Bedingungen lässt der Druck merklich nach und nach weiteren 5 Minuten fällt der ZRT1 in Schrittgeschwindigkeit bis er dann nur noch mit kurzen Pausen anrollt, zwischendurch hat der Regler den Motor nicht abgeschaltet.
Regler und Akkus werden gut handwarm, beim Motor ist Vorsicht geboten, er kann noch kurz angefasst werden ist aber schon ordentlich heiß.
Die LiPo-Packs haben am Ende 6,8 und 7,17 Volt Spannung.
Zum Reinigen kann die komplette Elektronik schnell abgebaut werden, 4 Schrauben für den Motor und 2 für den Regler.

TIPP: Vor der ersten Geländefahrt sollte das Zahnflankenspiel zwischen Hauptzahnrad und Motorritzel kontrolliert werden. Um erhöhten Verschleiß zu vermeiden sollte das Spiel so gering wie möglich sein, die Zahnräder müssen jedoch noch ohne zu haken sauber drehen.
Die Schrauben der Motorträger gut anziehen und mit mittelfestem Schraubenlack sichern.


Fazit
Der ZRT1 ist eben keines der vielen RTR Sparmodelle made in China sondern ein komplett ausgestattetes Modell.
An einem RTR-Modell findet sich gute Ausstattung selten in so hoher Konzentration wie beim ZRT1.
Der Preis liegt deutlich über den Einsteiger RTR-Sets, dafür erhält der Käufer aber auch jede Menge Extras für die er als Tuning- oder Zubehör-Teile weit mehr ausgeben müsste.
Alleine die beiden LiPo-Packs schlagen mit ca. 120 Euro zu Buche.

Der ZRT1 verdient den Zusatz RTR obgleich die 4 Mignon Akkus für den Sender fehlen, dafür sind aber die hochwertigen Lipo Fahrakkus im Set dabei.
Die Dokumentation ist gut und bietet auch dem Elektro-Einsteiger alle Informationen die er braucht.
Die Kraft und Drehzahl des BL-Systems in Kombination mit den beiden 2S Lipo-Akkus ist beeindruckend, daher raten wir auch dem erfahrenen Fahrer zur Vorsicht im Umgang mit dem ZRT1.

Die Beschleunigungswerte und auch der Topspeed sind beeindruckend, selbst für einen Verbrenner-Fahrer.
Der ZRT1 ist für Anfänger und Fortgeschrittene bestens geeignet und muss im Gelände die Konkurrenz keinesfalls fürchten.
Für mich ist der ZRT1 ein echter Tipp, hier macht es die Mischung aus guter Verarbeitung und sinnvoller Komplett-Ausstattung.

Bericht: Edgar Reichler
Fotos: Klaus-D. Nowack


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