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 LMI 30.07.2011 
 
3racing F109
1:10 Elektro Glattbahn


Trotz des Booms in der großen Formel 1, besonders jetzt nach Michael Schumachers Comeback, kommt die Formelklasse im kleinen Maßstab 1:10 Elektro noch immer nicht so recht ans Rollen. Nunmehr werden die RC-Car Formel-Wiederbelebungs-bemühungen auch durch die Firma 3racing unterstützt, und zwar in Form des F109.

Einleitung
Seinerzeit hatte Corally einen sehr schönen Formel-Renner im Programm, außerdem gab es den Dauerbrenner von Tamiya, welcher zum Schluss in einen GT 1-Renner umgewandelt wurde. Nachfolger wurde der F 2001, ein 4 WD-Formelwagen, welcher sich niemals recht durchsetzen konnte.
Parallel und an den Tamiya F1 angelehnt gab es analog dazu einen Renner von HPI, ein bildschönes Fahrzeug, welches aber über eine Exotenrolle nie hinauskam.

Mittlerweile ist wieder etwas Belebung in die 1:10er F1-Szene gekommen, da HPI jüngst den Formula Ten ins Rennen geschickt hat, ein Formel-Renner mit wunderschön detaillierter Karosse, allerdings rollt dieser nicht auf Moosis sondern auf Hohlkammer-Reifen. In der LRP-Challenge ist diesem Formel-Wagen bereits eine eigene Rennklasse zugesprochen worden.

Baukasten
Nun bereichert ein weiteres 1:10 Formel 1 Fahrzeug die Szene. Der 3racing F109 kommt als Baukasten.
Neben den in Kunststoffbeuteln verpackten Baugruppen findet man ein Chassis aus GRP-Material sowie vier bereits fertig auf Felgen verklebte und verschliffene Moosgummireifen vor.
Karosseriemäßig wird der Erwerber durch eine sehr detaillierte formschöne Karosse mit diversen Anbauteilen bestens bedient. Für eine ansprechende Lackierung sowie Anpassung an das Fahrzeug muss man selber sorgen.

Die Front-und Heckspoiler mit vielen kleinen Winglets bestehen aus flexiblem Kunststoff, welcher auch schon mal einen Schlag wegzustecken in der Lage ist, zudem ist die Neigung und die Höhe des Heckspoilers mehrfach verstellbar, ein schönes Setup-Feature.

Die Montageanleitung für das Fahrzeug kommt auf 25 Seiten in Hochglanz-Druck. Der ausschließlich englische Text ist in diesem Falle als relativ sparsam anzusehen, was aber nicht wirklich stört, da genügend Abbildungen vorhanden sind. In diesem Falle gilt der alte Spruch: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Die Fahrwerksgeometrie eines Formel 1 ist in den grundlegenden Parametern mit der eines Pan-Cars, egal ob 1:12 oder 1:10, vergleichbar.
Die starre Hinterachse ruht in einem Powerpod, welches auch zur Aufnahme des Motors bestimmt ist und pendelnd bzw. frei beweglich mit dem eigentlichen Chassis verbunden ist.
Die Stabilisierung erfolgt durch Links, da ein T-Bar ausscheidet, weil der Platz für den längs in Fahrzeugmitte positionierten LiPo-Akku vorgesehen ist.

Auf die Hinterachse aus Glasfiber wird rechts das Kugeldiff mit den beiden Alu-Hälften und den polierten Stahlscheiben aufgesetzt.
Das Hauptzahnrad in 64 dp Teilung hat 98 Zähne und zugleich einen kleinen Nachteil: Es läuft lediglich auf einer dünnen Kunststoffbuchse, der Verschleiß ist hier vorprogrammiert.
Daher wurde das vorhandene Zahnrad durch das Zahnrad eines Tamiya F1 ersetzt. Dieses läuft auf einem Kugellager und war sogar noch in mehreren Abstufungen in der Ersatzteilkiste vorhanden.
Da das Fahrzeug nicht nur in der Halle fahren soll, kam beim Umbau die 48 dp Teilung, welche unanfälliger gegen kleine Steinchen ist, in Betracht.

Hierzu eine Anmerkung: Sehr viele Teile des alten Tamiya F1 haben die gleichen Abmessungen wie beim F109 oder sind sogar baugleich. Dies wird als Vorteil angesehen, handelte es sich damals doch um ein sehr ausgereiftes Fahrzeug mit guten Fahreigenschaften.
Man kann ohne weiteres komplette Räder, auch die Hohlkammerreifen des F 103 GT, die komplette Vorderradaufhängung oder auch alle Front und Heckspoiler verwenden, die Hinterachsen in allen Ausführungen sind ebenfalls passend. Wohl dem, der seine alten Tamiya-Ersatzteile nicht weggegeben hat.

Die Vorderachse ist nahezu starr und lässt lediglich minimale Federwege der Vorderräder zu. Auch hier kann man die schwarzen, goldenen und silbernen Federn des Tamiya zum Einsatz bringen. Die beiliegenden harten schwarzen Federn wurden deshalb bereits beim Zusammenbau gegen weiche goldene Tamiya Federn ausgetauscht, um ein sensibleres Ansprechverhalten zu ermöglichen.

Im Gegensatz zur Tamiya Vorderradaufhängung ist beim F109 der Sturz der Vorderräder sowie der Nachlauf einstellbar. Frühere Experten bedienten sich hierzu seinerzeit der Vorderachse des HPI F 1, welche ebenfalls einstellbar war und ohne Änderungen aufs Chassis passte.
Die vordere Bodenfreiheit des Wagens kann allerdings nur durch Verwendung unterschiedlicher Reifendurchmesser abgeändert werden.

Das rückwärtige Powerpod wird aus der oberen und unteren Grundplatte und den beiden Bulkheads gebildet. Die Platten bestehen aus dem gleichen GFK wie das Chassis, hier allerdings nicht 2,5 sondern nur 2,0 mm stark.
Die Bulkheads sind präzise aus Aluminium gefräst und genau wie die Diff- und Achsteile leuchtend blau eloxiert.
Für die Kugellager der Hinterachse gibt es pro Seite drei Einsätze mit 0, 1 und 2mm Offset, um die Bodenfreiheit bei wechselnden Reifendurchmessern anpassen zu können.

Beim Einbau der Hinterachse sollte man etwas Axialspiel lassen, damit die Lager frei arbeiten können ohne zu klemmen. Außerdem ist eine kugelgelagerte Stahlwelle zur späteren Anlenkung des Rolldämpfers ins Powerpod integriert.
Die Befestigungsweise an der Chassisplatte orientiert sich stark an den neuen XRAY Pan-Cars, nämlich mit Kugelgelenk in der Mitte und den so genannten Links an den Seiten.

Wie schon erwähnt, musste Platz für den längs in Fahrzeugmitte liegenden LiPo-Akku geschaffen werden, und so gab es kein T-Bar mehr, sondern diese neue Lösung.
Die Dämpfung der hinteren Einheit erfolgt über zwei Stoßdämpfer, nämlich den Hauptdämpfer in Längsrichtung sowie den kleineren, quer zur Fahrtrichtung eingebauten Rolldämpfer. Beide verfügen über Aluminium-Gehäuse und wechselbare Kolbenplatten mit je 1,2 oder 3 Bohrungen.
Zum Einsatz kamen hier erstmal die Ausführungen mit 2 Bohrungen. Man kann davon ausgehen, dass durch diese Lösung ein sehr sensibles Ansprechverhalten der hinteren Aufhängung gewährleistet ist.

Das Oberdeck ist klappbar angebracht, um einen schnellen Akkuwechsel zu gewährleisten. Die vorderen vier Halteschrauben werden einfach gelöst und das Deck an der hinteren, drehbaren Halterung nach oben geklappt, eine sehr durchdachte Lösung.
Je nach verwendetem Akku kann es sein, dass dieser an seinem Platz hin und her wackelt. Derjenige, welcher nicht zum Akkufixierungs-Tape greifen möchte, klemmt hier einen schmalen Moosgummi- oder Schaumstoffstreifen zwischen Akku und Oberdeck und die Sache ist fixiert.

Als Lenkservo kann man ein Low Profile Servo liegend oder ein normales Servo stehend montieren. Entscheidet man sich mangels Low Profile Servo für die stehende Lösung, muss man jedoch an einer Seite des Servogehäuses die Haltezungen abschneiden, bevor eine Befestigung mittels Klebeband in der Halterung erfolgt. Das war beim alten Tamiya F1 auch schon so. So wurde schweren Herzens ein Futaba S 9450 Servo seiner Halterung beraubt.
Empfänger und Fahrtenregler können rechts und links vom Akku auf die Chassisplatte geklebt werden, nach Installation eines 13,5 turns GM Brushless ist der F 109 dann auch schon fahrbereit.

Etwas Aufwand erfordert vorher allerdings noch die sehr detaillierte Karosse. Hier sind noch zahlreiche Winglets sowie der Fahrerhelm anzubringen, damit alles richtig zur Geltung kommt. Nach der finalen Lackierung hat man dann ein bildschönes Fahrzeug vor sich stehen.

Praxis und Fazit
Der Einsatz auf dem Teppichboden einer Rennbahn birgt keine unliebsamen Überraschungen. Mit den vorne halb und hinten komplett geschmierten Moosgummireifen geht es nach einer Gewöhnungsphase an den 2 WD-Antrieb ganz gut vorwärts und das alte Tamiya F1-Feeling mit einem neuen F 109 von 3racing stellt sich ein. Was will man mehr?

Der Firma 3racing ist mit dem F 109 ein guter Wurf gelungen. Bewährte Lösungen wurden hier mit innovativen Features kombiniert. Das Auto ist mit Einschränkungen anfängertauglich, eine kundige Hand beim Zusammenbau und im Fahrbetrieb erleichtert die Sache allerdings.

Bericht: „Axel Linther“
Fotos: Klaus-D. Nowack



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