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 Ansmann Racing 18.10.2011 
 
Kryptonite Pro
1:8 Verbrenner Off Road


Der Kryptonite Pro Kit kommt in einer haltbaren Well-Plastik Schachtel, die später z.B. als Reifen-Box dienen kann. Auffällig ist, dass Stoßdämpfer und Getriebe bereits zusammengebaut sind, auch die vielen Alu- und Carbon-Teile fallen sofort ins Auge. Das Kryptonite Pro Kit enthält viele gefräste Teile aus hochwertigem Alu bzw. Kohlefaser. Dass Felgen dabei sind, aber Reifen und Einlagen fehlen, ist für Baukästen heute nicht mehr ungewöhnlich.

Chassis
Der Kryptonite ist auf eine 4 mm dicke, eloxierte Aluminium-Bodenplatte aufgebaut. Die Platte ist seitlich etwas abgekantet, was die Steifheit erhöht und vor der Vorderachse ca. 7 Grad (Kickup) hochgezogen.
Im Bereich der Achsen ist die Bodenplatte verjüngt, es ist jedoch noch genügend Material vorhanden um die Stabilität der Chassisplatte nicht zu beeinträchtigen.
Die Unterseite ist völlig glatt, alle Sechskant-Schrauben sind sauber versenkt, an der Oberseite ist die Platte an zahlreichen Stellen zur Gewichtserleichterung ausgefräst.
Der Elektro-Motor ist an einem massiven Alu-Träger montiert, welcher mit zwei Gewindeschrauben an der Bodenplatte fixiert ist.

Vorder- und Hinterachse werden durch kurze Streben aus 7 mm dickem Alu zur Bodenplatte hin abgestützt. Die Abdeckungen der Lenkung und des Getriebes bestehen aus einer 3 mm dicken Carbon-Platte.
Das Getriebe sitzt mittig und verbindet beide Achsen über Kardan-Gelenkwellen, die am Getriebe angesteckt werden.
Auf der linken Fahrzeugseite ist vorne der Tank angebracht und dahinter der zweiteilige Motorträger für Big-Blog Glühzünder-Motoren.
Auf der rechten Vorderseite ist die Empfängerbox und das stehende Lenkservo zu finden, eine 3 mm dicke Carbon-Platte nimmt das Brems-Servo auf und verbindet die Empfängerbox mit der Akkubox.
Beide Achsen sind mit Differentialen, Carbon-Dämpferbrücken und Doppelquerlenkern aufgebaut. Das hintere Differential trägt den Anbau für den 3-fach in der Neigung verstellbaren Heckflügel.

Fahrwerk
Alle Räder hängen einzeln an langen Trapez-Querlenkern. Die oberen Querlenker sind hinten als Schubstangen und vorne als schmale Dreiecks-Querlenker ausgeführt.
Die oberen Querlenker können hinten an 4 verschiedenen Bohrungen an Dämpferbrücke und Radböcken befestigt werden, Rollzentrum und die Länge der Links können dadurch den Streckenverhältnissen individuell angepasst werden.
Die Drehachsen der vorderen Dreieckslenker sind in Kunststoff-Einsätzen gelagert, das Rollzentrum kann erhöht oder reduziert werden, entsprechende Einsätze sind im Baukasten enthalten.

Die Lenkhebel aus Aluminium sind in C-Radträgern drehbar aufgehängt. Der untere Teil der C-Hubs lässt sich auswechseln, über unterschiedliche Teile kann der Nachlauf geändert werden, 72, 70 und 68° sind möglich, 70° sind Standard, im Baukasten sind nur die 70° Blöcke enthalten.
Der Ausfederweg kann an allen unteren Querlenkern über Wurmschrauben begrenzt werden. Bügelstabilisatoren an Vorder- und Hinterachse sorgen in Kurven für den nötigen Bodenkontakt.
Die Stoßdämpfer können hinten und vorne an 9 verschiedenen Positionen befestigt werden. Der Rad-Sturz kann für alle Räder einfach über die Links-/Rechts-Gewinde der oberen Querlenker eingestellt werden.
Die Spur an der Vorderachse lässt sich ebenfalls einfach über die Spurstangen justieren, an der Hinterachse kann die Spur über Einsätze im unteren Querlenkerhalter verändert werden.

Lenkung
Die 4 mm dicken Spurstangen aus Stahl sind mit Links-/Rechts-Gewinden ausgestattet und die 5 mm Alu-Lenkplatte mit drei Befestigungspunkten um den Ackermann-Effekt zu verstellen.
Kugellager auf den Drehachsen der Lenkung sorgen für Leichtgängigkeit. Der Federdruck des Servosavers ist über eine gut zugängliche Rändelschraube verstellbar.

Antrieb / Bremse
Die Kraftübertragung vom Motor erfolgt über ein 13 Zähne Ritzel direkt auf das 48 Zähne Hauptzahnrad des Mittel-Differentials. Stählerne Kardan-Gelenkwellen verbinden das Mitteldifferential mit den Differentialen der Achsen.
Alle Ausgleichsgetriebe sind mit 4 Satelliten Kegelrädern und 2 Tellerrädern aufgebaut. Die Zahnräder in den Getrieben sind gehärtet, die Satelliten sind mit Scheiben unterlegt.
Stahl-Gelenkwellen drehen die Räder über 17 mm Sechskant-Felgen-Mitnehmern aus Alu. Der komplette Antrieb ist kugelgelagert.
Die Bremsanlage besteht aus 2 Epoxi-Scheiben, die Bremsbacken lassen sich leider nicht nachstellen.
Felgen in schickem 6-Speichen Design sind im Baukasten enthalten, Einlagen und Reifen aber nicht.
Alle Anlenkungen der Servos sind solide aufgebaut und können einfach montiert und eingestellt werden.

Bauanleitung
Sie ist schwarz auf weiß gedruckt und sehr knapp gehalten. Die Zeichnungen sind in guter Qualität.
Die Explosionszeichnung mit Teilenummern ist gut gemeint aber nur mit Lupe zu gebrauchen. Die Ersatzteile-Übersicht ist dann wieder gut lesbar und enthält Bilder der Teile.

Bauabschnitt 1
Achse / Aufhängung vorne
Die großen Beutel sind nicht beschriftet, es gibt je einen für die Vorder- und die Hinterachse und zwei kleinere für den mittleren Teil.
Zum Aufbau werden noch die kleinen Beutel mit den Schrauben und Lagern und dem Getriebe benötigt. Leider sind die Seiten der Anleitung nicht nummeriert.
Den Abschnitt „Differential vorne“ kann ich überspringen, es ist bereits vormontiert. Der nächste Schritt ist „Vorderachse“.
Die richtigen Schrauben aus den Beuteln zusammen zu suchen ist etwas nervig, das ist aber auch schon das Schwierigste. Selbst versierte Bauer sollten aber die Schrauben brav nachmessen.
Bevor man verzweifelt die Schrauben für den Getriebekasten sucht, sollte man gleich im Beutel mit dem Gehäuse nachsehen.
Die Plastikteile können an den Spritznasen etwas nachgearbeitet werden. Wer es besonders Haltbar haben möchte, kann die Kanten der sauber gefrästen Karbonteile versiegeln.

Bei den Distanzscheiben für das Getriebe heißt es aufpassen, die dünnen und dicken Scheiben sind zusammen in einem Beutel. Die Center-Antriebswellen befinden sich im Beutel mit der Hinterachse.
Die Gelenkwellen sind bereits montiert, trotzdem prüfe ich den Sitz der Madenschrauben. Auf die Madenschrauben für die Trieblinge kommt etwas Schraubensicherung.
In der Bauanleitung gibt es keinen Hinweis auf Fett und im Baukasten ist auch keines enthalten, trotzdem ist vor dem Zusammenbau des Differential-Gehäuses der richtige Zeitpunkt das Tellerrad gut mit Graphitfett zu schmieren.
Das Getriebe darf nach dem Verschrauben des Gehäuses nicht haken oder schwergängig sein. Für die Gewindestangen der oberen Querlenker gibt es keine Maßangaben, die genaue Einstellung muss später mit dem Setup erfolgen.
Beim Einpressen der C-Hub Unterteile ist größte Sorgfalt angesagt, wer verkantet hat verloren. Die Antriebswellen finden sich im Beutel des Mittelteils und die Felgenmitnehmer bei der Hinterachse. Auf die Radachsen kommt wieder etwas Graphitfett.

Bauabschnitt 2
Achse / Aufhängung hinten
Benötigt wird der Beutel für die Hinterachse und Teile aus den bereits geöffneten Beuteln. Sowohl Differential als auch Gehäuse unterscheiden sich von dem der Vorderachse.
Beim Testmuster ist die Passung für das Differential mit den in der Bauanleitung angegebenen Distanzscheiben optimal. Der Aufbau erfolgt analog zur Vorderachse.
Die Lager für die inneren Drehachsen der unteren Querlenker müssen etwas aufgerieben werden, damit die Achsen ohne Reibung drehen. Die Plastiklager müssen vorsichtig in die Querlenkerhalter aus Alu eingepresst werden, sie sitzen sehr streng.
Für die oberen Querlenker gibt es leider keine Maßangaben, die exakte Einstellung muss später auf dem Setup-System erfolgen.

Wichtig
Wie sich später herausstellen wird, ist zwischen den beiden Kugellagern des Trieblings ein Gleitlager einzubauen.
Es hat die gleiche Größe wie die Kugellager der Lenkung 6x10x3 und aus dem Bauplan geht nicht hervor, dass es ein Gleitlager ist.
Das Gleitlager ist auch völlig sinnfrei im Beutel mit dem Batteriekasten und dem Spritschlauch verpackt, in unserem Testmuster ist daher ein Kugellager 6x10x3 verbaut.

Bauabschnitt 3
Lenkung und Montage der Achsen
Der Frontrammer findet sich im Beutel mit den seitlichen Wannen. Die Lenkmechanik hat leider viel Spiel auf den Drehachsen.

Bauabschnitt 4
Mittelgetriebe
Beim Getriebe sind zwei Verkleidungsteile dabei, eines davon ist in der Bauanleitung abgebildet, es kann aber unmöglich mit den beiden Stoppmuttern montiert werden.
Da dieses Bauteil ohnehin keinen Sinn macht, lasse ich es einfach weg, das andere Teil ist in der Bauanleitung nicht zu finden.

Bauabschnitt 6
Stoßdämpfer, Tank und Anbauteile, Anlenkung
Die Öldruck-Stoßdämpfer sind bereits vormontiert und befüllt, sie müssen also nur noch angeschraubt werden. Die dünnen Gummi-Lager sind sicher nicht lange haltbar, O-Ringe wären hier wohl die bessere Lösung.
Dem Bausatz liegt auch ein zweistufiger Luftfilter und ein Fläschchen Filter-Öl bei. Für die Anlenkung von Gas und Bremsen liegen 3 Stahldrähte mit Gewinde bei, der lange davon ist für die vordere Bremse zu verwenden, das geht aus der Bauanleitung nicht eindeutig hervor.

Karosse
Die Lexan-Haube ist aus ca. 0,8 mm Material gezogen und lässt sich mit einer Lexan-Schere gut ausschneiden, teilweise muss man die Konturen aber mehr erahnen als dass man sie sieht. Ein Dekor-Bogen ist nicht im Set enthalten.

Fazit
Der Kryptonite Pro ist ein sehr solide aufgebauter Truggy in guter Verarbeitungsqualität. Nur an sehr wenigen Stellen wünscht man sich etwas mehr Präzision, ein Problem ist es jedoch nicht.
Die Bauteile lassen sich ohne Probleme zusammenfügen, die Bauanleitung macht es einem dabei allerdings nicht immer leicht.
Sehr lästig ist auch die Organisation der Schrauben, die leider nicht nach Bauabschnitten verpackt sind. Wer hier nicht genau aufpasst und ständig misst, der kann schnell durcheinander kommen. Die Verpackung der Bauteile nach Bauabschnitten könnte optimiert werden.

Der fertige Kryptonite Pro ist ein sehr gut ausgestattetes Truggy-Chassis an dem man nichts vermissen wird.
Durch den Aufbau, die Qualität der Teile und die Stabilität dürfte der Kryptonite Pro auch im Wettbewerb eine gute Figur machen, allerdings hat er durch sein hohes Gewicht einen Nachteil gegenüber anderen Wettbewerbs-Truggys.

Bericht: Edgar Reichler
Fotos: Klaus-D. Nowack




Querschnitt Ansmann Kryptonite Pro

Allgemein
• 1:8 Verbrenner Truggy
• Baukasten mit Karosserie

Alu-Teile
• 7 mm Chassis-Streben
• 5 mm Bodenplatte und 5 mm Lenkplatte
• Querlenkerhalter und 3-teiliger Motorträger
• Stoßdämpfer-Gehäuse

Carbon-Teile
• Dämpferbrücken, 5mm vorne und 4 mm hinten
• 3 mm Lenkabdeckung und 3 mm Servoplatte
• 3 mm Getriebeabdeckung

Fahrwerk
• Kickup und einstellbarer Nachlauf
• Einzelradaufhängung vorne und hinten
• Vorspur vorne stufenlos über Spurstangen einstellbar
• Vorspur hinten über Querlenkerhalter einstellbar
• Sturz vorne und hinten stufenlos einstellbar
• Rollzentrum vorne und hinten einstellbar
• Öldruckdämpfer mit Alu-Gehäusen
• 4 mm Kolbenstangen
• Federvorspannung zum Einstellen der Bodenfreiheit über Clipse
• 9 mögliche Dämpferpositionen zur Feinabstimmung
• Ausfederwegbegrenzung V/H über Wurmschrauben
• 17 mm Alu-Radmitnehmer und Radmuttern

Lenkung
• Lenkung mit Kugel- und Gleitlager
• Einstellbare Lenkungsgeometrie (Ackermann)
• Servo-Saver mit einstellbarer Druckfeder

Antrieb
• 4WD-Kardanantrieb
• 3 Kegelraddifferentiale
• Kardan Gelenkwellen
• Stahl-Hauptzahnrad 48 Zähne
• Stahl-Ritzel Kupplungsglocke 13 Zähne
• Antrieb komplett kugelgelagert

Abmessungen
• Länge: 570 mm
• Breite: 420 mm
• Radstand: 360 mm
• Gewicht ca. 2520 Gramm ohne Motor und Räder

Plus
+ Präzise Teile und gute Verarbeitung
+ Kaum ein Nacharbeiten der Teile nötig
+ Maßhaltige und feste Schrauben
+ Viele Alu- und Carbon-Teile
+ Griff am Tankdeckel
+ Batteriekasten groß genug für Lipos mit Spannungsregler
+ Stabile Bodenplatte ohne Schwachstellen
+ Versenkte Schrauben in der Bodenplatte
+ Vielfältige Einstellmöglichkeiten am Fahrwerk
+ Bügelstabilisatoren vorne und hinten
+ Alle Gewindestangen mit Links-/Rechts-Gewinde
+ Leistungsfähige Alu-Öldruckstoßdämpfer mit Shockboots
+ Leichtgängige, kugelgelagerte Lenkung
+ Gut zugängliche Rändelschraube am Servo-Saver
+ Zweiteiliger Motorträger mit guter Wärmeableitung
+ Antrieb komplett kugelgelagert
+ Hauptzahnrad und CVD Gelenkwellen aus Stahl

Minus
- Bauanleitung ungenau, kein Set-Up Blatt mit Basis Set-Up
- Bremsbacken können nicht nachgestellt werden
- Lenkmechanik mit viel Spiel auf den Drehachsen
- Plastiksockel für den Resorohr-Halter
- Heckflügel hat keine Löcher für die Verschraubung

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