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 Ansmann Racing 27.11.2011 
 
Terrier 2.0 BL
1:8 Elektro Off Road


Ansmann hat bereits mit dem Virus 2.0 in der Brushless-Ausführung vorgemacht, was ein 1:8 Offroader mit Elektroantrieb zu leisten imstande ist. Dem bereits in rc-car racing vorgestellten Offroad-Buggy stellt man nun den konstruktiv baugleichen Truggy Terrier 2.0 brushless zur Seite.
Das ist logisch, denn wenn ein Auto erfolgreich ist, liegt es ja nahe, das Konzept auch auf ein ähnliches Auto, wenn auch für andere Einsatzzwecke, zu übertragen. Der Terrier ist also quasi fast baugleich mit seinem Buggy-Pendant, sieht man einmal von der Truggy-typischen Fahrwerksauslegung und den anderen Reifendimensionen ab.


Ready-to_run

Durch die in letzter Zeit auf den Markt gebrachten Modelle wird immer deutlicher, dass sich Ansmann vom reinen Akkuhersteller zum vielseitigen RC-Car Spezialisten mit eigener Rennabteilung gewandelt hat. Mittlerweile gibt es dort RC-Cars für nahezu alle Einsatzzwecke.
Genau wie der Virus kann der Terrier seine Verbrenner-Gene nicht leugnen, was übrigens bei den meisten 1:8 Offroad-Elektrofahrzeugen der Fall ist. Man hat auch hier den überwiegenden Teil des Verbrenners übernommen und mit Brushless-Komponenten umgerüstet, das stellte keinerlei Risiko dar und hat ja bereits beim Virus ausgezeichnet funktioniert.
Den Truggy kann man in der RTR-Ausführung erwerben, dann ist alles komplett dabei, sieht man einmal vom Fahrakku bzw. den Batterien für den Sender ab. Der Terrier ist komplett und fahrfertig aufgebaut, alles ist sorgfältig installiert und aufeinander abgestimmt, die Karosse ist farbig bedruckt und angepasst und die Verklebung der voluminösen Truggy-Reifen ist über jeden Zweifel erhaben.

Aufbau

Um etwas über den Aufbau zu erfahren, stellt man das Auto ohne Karosse zunächst einmal vor sich auf die Werkbank und nimmt die trotz RTR beiliegende Anleitung zur Hand. Wie in dieser Klasse fast Standard, hat man sich für einen 4WD-Antrieb entschieden.
Die Motorleistung wird über das Hauptzahnrad zunächst auf ein Mitteldiff geleitet, von dort aus wird sie über Antriebsknochen auf das Front- und Heckdiff verteilt. Bei den Differenzialen handelt es sich in allen drei Fällen um Kegeldiffs mit hochwertigem 4-Spider Innenleben in stählerner Ausführung.
Hier dürfte sich auch bei Einsatz leistungsstarker Brushless-Technik keine Überforderung ergeben.

Werksseitig vertraut man auf Fettfüllungen für alle drei Diffs, man könnte diese aber auch zur Veränderung der Sperrwirkung durch Differenzialöle in verschiedenen Viskositäten ersetzen, da die Gehäuse die hierfür nötige Dichtigkeit aufweisen.
Das mittlere Diff wird mittels zweier Kunststoff-Böcke auf der 3 mm starken Chassisplatte aus grau eloxiertem Aluminium befestigt. Beim Verbrenner findet man an dieser Stelle auch noch die Zentralbremse. Diese ist jedoch bei Elektrofahrzeugen nicht nötig und somit auch nicht installiert.
Da Front-und Heckdiff in Getriebegehäusen eingebaut sind, braucht man Störungen durch Verschmutzung im Fahrbetrieb hier nicht befürchten.

Lenkung / Aufhängung

An den Getriebegehäusen werden die Dämpferbrücken befestigt. Die Gehäuse sind gleichzeitig zentraler Punkt für die gesamte Radaufhängung.
Die Lenkung ist unmittelbar hinter der Vorderachse zu finden, sie ist als 2-Pfostenlenkung angelegt, im rechten Pfosten findet sich der integrierte Servosaver.
Bereits beim Buggy wurde darauf hingewiesen, dass die Einstellung des Servosavers recht stramm gewählt werden sollte, da ansonsten durch die große Fahrzeugmasse das Lenkgefühl zu indirekt sein könnte. Das ist auch beim Truggy nicht anders.
An der zentralen Lenkstrebe können die Befestigungspunkte für die Lenkstangen in drei verschiedenen Positionen gewählt werden, was bekanntlich Auswirkungen auf den Ackermann-Effekt der Lenkung zur Folge hat.

Die Vorderachse selbst hat breite Schwingen unten und relativ schmale Schwingen ohne irgendwelche Aussparungen oben. Die Lenkhebel sind daran mit Pivot Balls befestigt.
Über diese kann sehr leicht der Sturz verändert werden. Eine Veränderung des Nachlaufs ist hier im Gegensatz zum Buggy nicht vorgesehen.
Wie beim Virus hat man sich auch hier für den Einbau eines 6 Kg-Servos mit Metallgetriebe entschieden. Dies ist bei einem solch schweren Fahrzeug auch auf jeden Fall angemessen.
Zur Verringerung der Rollneigung sind sowohl Vorder- als auch Hinterachse mit Drahtstabis versehen. Beide Achseinheiten sind mit reichlich dimensionierten Streben gegen die Aluminium-Chassisplatte zur Eliminierung von Torsionskräften abgestützt. Allerdings bestanden diese beim Virus noch aus Kunststoff, wogegen man dem Terrier in Kugelgelenken gelagerte Stahlstreben spendiert hat.

Die Hinterachse verfügt ebenfalls über großdimensionierte Schwingen, oben hingegen erfolgt die Anlenkung über Schubstreben mit großen Rechts/ Links-Gewinden, welche zur Einstellung des Radsturzes unerlässlich sind.
Die Einstellung der Vorspur kann man problemlos selbst bei aufgesetzten Rädern über die Pivot Balls vornehmen, welche genau wie vorne die Radträger mit der Schwinge verbinden. Der komplette Antriebsstrang läuft auch hier in Kugellagern, lediglich die Lenkung ist gleitgelagert.
Vom Mitteldiff zu den Achsen sowie an der kompletten Hinterachse kommen stählerne Antriebsknochen zum Einsatz, wogegen man an der Vorderachse wegen der zusätzlich auftretenden Kräfte bedingt durch den Lenkeinschlag auf Kardans vertraut hat.

Stoßdämpfer / Spoiler / Reifen

Wer gerne mit der Dämpfergeometrie spielt, kann dies bedingt durch viele Anlenkpunkte an den Dämpferbrücken und den Schwingen tun. Die Stoßdämpfer verfügen über äußerst schön anzusehende eloxierte Alu-Gehäuse mit Rändelmuttern für die Federvorspannung.
Aufgrund des großen Durchmessers kann man diese auf jeden Fall in die Kategorie der BigBore-Dämpfer einordnen. Vorbildlich ist auch die Schutztülle über der Kolbenstange, das schützt die Dichtungen der Kolbenstangen vor Staub.

Die Halterung für den Heckspoiler ist ähnlich der des Virus aufgebaut: Sie ist in der Höhenneigung verstellbar und aus flexiblem Kunststoff, genau wie der Heckspoiler selbst. Hier sollten auch bei Überschlägen, welche ja nun nicht ausbleiben, wenn man beherzt fährt, keinerlei Probleme entstehen.
Die Truck-Reifen mit Pin Profil sind fahrfertig mit den schwarzen Kunststofffelgen verklebt, durch die Aussparungen in den Felgen kann man mühelos Einstellungen an den Pivot-Balls zur Änderung der Achsgeometrie vornehmen.

Elektronik

Bleibt abschließend noch der Blick auf die Bordelektronik zu werfen. Auf der linken Seite haben Fahrtenregler und Kunststoffwanne für die Akkus die Plätze getauscht, Der Regler ist nun hinter statt wie beim Virus vor der Wanne positioniert. Vermutlich waren Balancegründe ausschlaggebend für diese Änderung.
Die Wanne hat obendrauf zwei Halterungen für LiPo-Akkus, es liegen aber auch noch Halterungen für normale Zellen bei. Je nachdem, was für LiPo´s verwendet werden sollen, könnte es in der Wanne eng werden, hier ist dann Improvisationstalent gefragt, für einen Modellbauer aber kein wirkliches Problem.

Beim Fahrtenregler handelt es sich um das bereits bekannte Modell aus dem Virus. Dieser ist relativ groß und hat einen integrierten Lüfter. Er kann Ströme bis zu 80 A vertragen und LiPo´s bis 4S oder normale Akkus bis zehn Zellen können zum Einsatz kommen.
Die Verbindung erfolgt über Deans-Hochstromstecker, welche in diesem Segment immer mehr Verbreitung finden. Den Ein/ Aus-Schalter für die Bordelektronik hat man einfach mit Klebeband aufs Chassis geklebt. Man kann ihn betätigen, ohne die Karosse dafür abnehmen zu müssen.
Der Regler selbst ist etwas lieblos mit weißem Doppelklebeband auf die Chassisplatte gepappt worden und löste sich bereits wieder, das hätte man besser machen können. Es gibt mittlerweile ausgezeichnetes Doppelklebeband.

Auf der Gegenseite in Fahrtrichtung rechts befindet sich das bereits angesprochene 6 kg-Lenkservo. Der dahinter noch verbleibende restliche Platz ist für den Treibsatz reserviert. Bei diesem handelt es sich um einen bürstenlosen Motor mit einer Leistung von 2250 Umdrehungen pro Minute und Volt, ebenfalls aus dem Brushless-Virus bereits bekannt und bewährt.
Bereits dort war ja schon aufgefallen, dass im Karton einfach die Anleitung für das Verbrenner-Pendant beigelegt war. Das ist auch hier der Fall. Man hat sich offenbar nicht die Mühe gemacht, extra eine Version für die Elektro-Ausführung zu drucken.
Da aber der Elektro-Treibsatz bereits fahrfertig installiert ist, soll hier Nachsicht walten.

Fernsteuerung

Die Fahrbefehle an das Fahrzeug übernimmt ein alter Bekannter, der W5-Sender von Ansmann. Hierüber noch weitere Worte zu verlieren ist nicht nötig, da er bereits bei allen möglichen Modellen tausendfach bewährt seinen Dienst tut. Er ist einfach und arbeitet störungsfrei mit 2,4 GHz.
Die Anordnungen des Piloten werden von einem Ansmann Mini-Empfänger R5 entgegen genommen, welcher in einer RC-Box oberhalb des Lenkservos untergebracht wurde. Der Empfänger ist so klein bzw. die Box so groß, dass auch noch zwei weitere in der Box untergebracht werden könnten.

Praxis und Fazit

Vor der ersten Fahrt empfiehlt es sich bei einem RTR, nochmals alle Schraubverbindungen und Einstellungen durchzuchecken, ungeachtet von welchem Hersteller das Car kommt.
Zum Rollout auf dem Garagenhof und zur Gewöhnung ans Fahrzeug wurde zunächst ein 2S-Lipo für ausreichend erachtet, das war auch gut so, bereits damit ergab sich ein beachtlicher Vortrieb.
Richtig ernst wird es aber, wenn nach der Eingewöhnungsphase in der Kiesgrube mit teils festem, teils losem Boden die ursprünglich vorgesehene 2S-LiPo-Power den Motor befeuert. Dann geht die Post ab. Spätestens jetzt weiß man, wie bissig ein Terrier sein kann.

Der Terrier ist aber trotzdem gutmütiger als der Virus zu fahren, das liegt an der Truggy-Fahrwerksauslegung. Die 2S-Power ist problemlos beherrschbar, wenn man es nicht übertreibt. Der Grenzbereich ist sowohl im Drift als auch im Sprung so gut erkennbar, dass man sich darauf einstellen kann. Korrekturen sind auch während der Flugphase problemlos möglich, so dass es selten zu Bruchlandungen kommen dürfte. Allerdings sollte sich der Anfänger hier behutsam herantasten.

Nach einem Testnachmittag war außer Verschmutzung nichts am Auto festzustellen. Alles war heil geblieben, ein Verschleiß konnte mit bloßem Auge ohne Demontage nicht wahrgenommen werden, allerdings war es auch trocken geblieben.
Der Terrier ist durchaus anfängerfreundlich, er kann aber auch mehr, wenn man es ihm abverlangt. Bei dem Preis/ Leistungsverhältnis ist er allemal eine Überlegung wert.

Bericht: „Axel Linther“
Fotos: Klaus-D. Nowack




Querschnitt Ansmann Terrier 2.0


Klasse: 1:8 Offroad Truggy Brushless 4WD
Ready-to-run: Es werden lediglich noch ein Fahrakku und acht Batterien für den Sender benötigt.

Abmessungen
Länge: 500 mm
Breite: 420 mm
Höhe: 215 mm
Radstand: 360 mm
Spurweite vorne: 350 mm
Spurweite hinten: 355 mm



PDF-Download: Anleitung






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