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 LRP 25.01.2012 
 
S10 Blast SC
1:10 Elektro Short Course


Vom S10 Blast der Firma LRP gibt es mittlerweile eine stattliche Modellpalette. Nach den Offroad-Modellen BX, TX und MT war der letzte Spross ein 1:10 Elektro-Tourenwagen, der Blast TC.
Nun hat LRP auf den nicht abflauenden Short Course Boom reagiert und stellt den Short Course-Truck Blast SC in die Regale der Händler.
Man muss hier allerdings einfügen, dass es sich nicht um einen typischen Short Course Truck in 2WD-Ausführung, sondern um ein allradgetriebenes Fahrzeug handelt, ein Antriebskonzept, welches sich auch bei SC steigender Beliebtheit erfreut.


Ready-to-Run

Da alle bisher erschienenen Blast Varianten auf ein- und derselben Plattform basieren, handelt es sich beim SC nicht um eine Neuentwicklung, sondern sozusagen um eine andere Variante der bisherigen Cars.
Technisch sind sie alle fast identisch, sieht man einmal davon ab, dass im Tourenwagen TC keine Rutschkupplung zum Einsatz kommt, weil diese bekanntlich im Glattbahnbereich keinerlei Sinn macht.

Allen Blast-Modellen ist gemeinsam, dass sie als komplette Ready to Run-Ausführung angeboten werden. Diese Bezeichnung ist bei LRP kein Spruch, denn es ist in jedem Falle immer alles enthalten, sieht man einmal von den Batterien für den Sender ab.
Der SC ist fertig zusammengebaut und abgestimmt. Alle Elektro-Komponenten sind an Bord. Die Karosse ist ausgeschnitten und aufwendig bedruckt. Ein Heim-Lackierer würde das so nicht hinkriegen. Die VTEC-Reifen sind untrennbar mit den Felgen verbunden. Mit einem Wort: Der SC ist fahrbereit.

Akku, Motor, Fahrtenregler

So findet man zum 1600er NiMh Akkupack, welcher in Stickform konfektioniert ist, auch gleich den passenden Lader, ein einfaches Gerät für die Steckdose, aber der Akku wird letztendlich auch damit voll.
Wem die Kapazität nicht ausreicht, der sollte sich mit dem Gedanken vertraut machen, sowohl in Puncto Akku als auch Lader in naher Zukunft nachbessern zu müssen, damit der Fahrspaß auch künftig gewährleistet bleibt.
Auch die Fernsteuerung ist im Set enthalten, der Empfänger ist bereits ins Fahrzeug eingebaut und angeschlossen, die Befestigung mittels Klebeband sollte allerdings verbessert werden.

Der Fahrtenregler AI Runner Reverse klebt ebenfalls auf dem Chassis und ist bereits mit dem Motor verdrahtet. An ihm muss weiter nichts eingestellt werden, da er sich stets nach dem Einschalten selbst programmiert.
Dieser Fahrtenregler ist völlig anspruchslos, tausendfach bewährt und für 18 Turns brushed und höher zugelassen. Er sollte mit dem eingebauten S10 Blast Standardmotor keine Mühe haben, welcher deutlich mehr Turns haben dürfte. Da das Fahrzeug aber auch anfängergeeignet sein soll, ist dieser Motor zunächst mal die richtige Wahl.

Lenkung, Sender, Anleitung
Zur Betätigung der Lenkung hat man ein Lenkservo LRP R-7020 eingebaut. Dieses setzt in Puncto Leistung zwar keine Maßstäbe, ist aber zunächst völlig ausreichend, solange man nicht zu einem leistungstärkeren Motor greift. Dann sollte spätestens auch in jedem Falle über einen Servowechsel nachgedacht werden.
Da man bei RTR Sets stets auch einen günstigen Verkaufspreis anbieten muss, um in Rennen zu bleiben, geht die elektrische Ausstattung hier voll in Ordnung.

Im Karton ist als Sender eine A 2 STX Pro mit 2,4 GHz Modus dabei und man kann daran alles einstellen, was zum Fahren mit dem SC nötig ist.
Ein fingerdickes Manual findet sich ebenfalls im Karton, dieses ist deshalb so dick, weil es für alle Blasts, nämlich den BX, TX, MT, TC und auch den SC gilt.
Man kann darin alles Wissenswerte nachschlagen, sogar ein Anfänger-Fahrkurs und eine Einführung in das RC-Car-Thema sind enthalten. Alles Indizien dafür, dass der Blast auch auf den Einsteiger zugeschnitten ist.

Aufbau

Wie alle seine Blast-Mitstreiter ist das zentrale Bestandteil die Chassiswanne. Vorne und hinten werden die Platten für die Achskonstruktionen angeschraubt. Die vordere ist geringfügig angewinkelt, was bei Offroadern so üblich ist.
Der bereits erwähnte Blast 10-Motor befindet sich in dieser Wanne rechts vor der Hinterachse und zwar längs zur Fahrtrichtung.
Über das Motorritzel mit Modul 0,6 geht die Motorleistung auf das Hauptzahnrad. Dies sitzt auf der Kardanwelle aus Alu, welche genau mittig auf der Fahrzeuglängsachse verläuft.
Das Hauptzahnrad verfügt über eine einstellbare Rutschkupplung, was ansonsten eher bei 2WD-Offroadern üblich ist. Die Blast-Fahrzeuge, mit Ausnahme des Tourenwagens verfügen aber alle über dieses Merkmal.
Beim SC wurde außerdem noch eine vorbildliche Kapselung hinzugefügt, welche Ritzel, Hauptzahnrad und Slipper vollkommen umschließt und Sand und Steinchen fernhält.

Antrieb und Aufhängung

An die Räder gelangt die Kraft über je ein Kegeldiff vorne und hinten sowie über Kardanwellen vorne und Knochen hinten, welche allesamt aus Stahl gefertigt sind. Der gesamte Antriebsstrang ist kugelgelagert, irgendwelche Gleitlagerungen kommen auf diesem Sektor bei LRP-Fahrzeugen so gut wie gar nicht mehr vor.

Die gesamte Radaufhängung mit Schwingen, Radträgern, C-Hubs und Lenkhebeln ist aus einem hochfesten Kunststoff gefertigt, welcher mit den offroadtypischen Belastungen gut fertig wird.
Auch die Sturzstreben mit Rechts/Linksgewinden sind so ausreichend dimensioniert, dass sie bei den Short Course typischen kleinen Rempeleien nicht gleich ihren Geist aufgeben. Abgerundet wird das Fahrwerk durch serienmäßige Stabis an beiden Achsen.

Stoßdämpfer, Oberdeck, Rammer

Die Stoßdämpfer findet man auch bis auf modelltypische Abwandlungen fast baugleich in allen Modellen der Blast-Baureihe.
Sie bestehen aus Kunststoffgehäusen mit Alu-Rändelmuttern zur Einstellung der Bodenfreiheit. Vom Durchmesser her sind es schon Big Bore-Dämpfer.
Zahlreiche Befestigungspunkte lassen die Veränderung der Dämpfergeometrie zu.

Das profilierte Oberdeck verstärkt die gesamte Chassiskonstruktion im oberen Bereich. Vorne und hinten sind außerdem zur Unterstützung noch je zwei blaue Aluminium-Pfosten zwischen Oberdeck und Chassis eingebaut.
Short Course-typisch fallen die groß dimensionierten Front- und Heckrammer ins Auge. Sie sind in dieser Klasse einfach ein Muss und halten zusammen mit den flexiblen Seitenaufprallschützern Unbill während des Rennens fern.

Praxis und Fazit

Vor der endgültigen Inbetriebnahme sollte der Neueinsteiger nochmals die generellen Hinweise der sehr ausführlichen Gebrauchsanweisung zur Kenntnis nehmen. Der Fortgeschrittene hingegen kann sofort loslegen, da mit Überraschungen für ihn nicht zu rechnen ist.
Nach Einschalten der Fernsteuerung und der Bordelektronik sollte man einige Sekunden abwarten, bis sich der Regler programmiert hat.
In Ermangelung von Rennstrecke in Verbindung mit gutem Wetter erfolgte die Erprobung in einem noch nicht fertig erschlossenen Neubaugebiet, da hier fast alle Eventualitäten anzutreffen waren, die im Laufe eines Offroader-Lebens vorkommen können.
Aufgrund er moderaten Motorisierung ergaben sich auf keinem Untergrund Probleme, allerdings wurden dadurch der Geschwindigkeit auch Grenzen gesetzt, von Sprüngen einmal ganz abgesehen. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass das Manko an Motorleistung durch das relativ geringe Gewicht von ca. 2,25 kg wenigstens etwas wieder wettgemacht wurde.

Ein sehr gutes Zeugnis muss den VTEC-Reifen ausgestellt werden. Sie waren in keiner Situation überfordert und sorgten in Verbindung mit dem 4WD-Antriebskonzept für allzeit gute Traktion. Hier sind eindeutig noch Reserven für eine stärkere Motorisierung vorhanden, was ebenfalls für das Fahrgestell gilt. Allerdings sollte der Einsatz eines stärkeren Triebwerkes unbedingt auch mit dem Austausch des Lenkservos einhergehen, denn dieses empfiehlt sich wie bereits erwähnt, nicht unbedingt für höhere Aufgaben.
Da sich der Blast SC aber vorwiegend an den Einsteiger in die Short Course-Szene richtet kann alles so akzeptiert werden wie es ist, denn man darf auch nicht vergessen, dass der Komplettpreis von knapp über 200,- Euro ein sehr gutes Angebot darstellt.

Bericht: „Ernst Conty“
Fotos: Klaus-D. Nowack




Querschnitt LRP S10 Blast SC

• Klasse: 1:10 Elektro Short Course 4WD
• Radstand: 332 mm
• Länge: 520 mm
• Breite: 300 mm
• Höhe: 195 mm
• Gewicht: ca. 2250 Gramm fahrfertig



Bildverzeichnis

Bild 5: Erfreulich glatt ist die Unterseite.
Bild 6 und 7: Mächtige Rammer vorne, hinten und
in der Mitte sind beim SC Standard.
Bild 8 und 9: Die Vorderachse kommt mit C-Hub Suspension.
Bild 10: Die Vorderachse wurde für viel Nachlauf ausgelegt.
Bild 11: Kardans an der Vorderachse wirken verschleißmindernd.
Bild 12: Versteifungspfosten zwischen Oberdeck und
Chassis verringern den Tweak.
Bild 13: Der Servosaver ist Bestandteil der Lenkung.
Bild 14: Die BigBore Dämpfer verfügen über Feingewinde.
Bild 15: Für die Bordelektronik ist die rechte Fahrzeugseite
vorgesehen.
Bild 16: Der Akkuhalter passt für alle Arten von Packs.
Bild 17: Beim S10 Blast Motor handelt es sich um eine
Standardausführung.
Bild 18: Der Fahrtenregler muss noch auf die Bodenplatte
geklebt werden.
Bild 19: Trotz genügendem Platz auf dem Chassis montierte
man den Empfänger auf dem Servo.
Bild 20 und 21: Der auf der Kardanwelle befindliche Slipper
ist leicht einzustellen.
Bild 22: Auch das Zahnflankenspiel ist korrekt eingestellt.
Bild 23: Für den Antrieb gibt es eine vorbildliche Abdeckung.
Bild 24: Hinten vertraut man bei der Kraftübertragung auf
Antriebsknochen.
Bild 25 und 26: Der voluminöse Heckrammer dient auch als
Aufhängung für die Schmutzlappen.
Bild 27: Stabis gehören zur Serienausstattung.
Bild 28: Die Stoßdämpfer können an verschiedenen Punkten
befestigt werden.
Bild 29: Zur Regulierung der Federvorspannung gibt es
Rändelmuttern mit Feingewinde.
Bild 30: Die Offroad-Reifen bieten eine gute Traktion.
Bild 31: Akku und Lader erfüllen die Mindestvoraussetzungen.
Bild 32: Die A2 STX-Anlage arbeitet mit 2,4 GHz.



PDF-Download: Anleitung





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