 | Es handelt sich hierbei um meinen Tamiya Toyota 4X4 Pickup, auch bekannt als "Bruiser".
Das Modell habe ich auf einem Flohmarkt entdeckt und für kleines Geld erstanden.
Das Fahrzeug war in einem denkbar schlechten Zustand. Nicht nur, das es miserabel lackiert war, es hatte auch einen folgeschweren Unfall hinter sich.
Anscheinend war dem Vorbesitzer der Akku abgebrannt, was zur Folge hatte, daß das Modell unkontrolliert gegen ein Hindernis geknallt ist. Bei gut fünf Kilo Lebendgewicht denkbar ungünstig!
Der Leiterrahmen war dadurch im vorderen Bereich gestaucht und leicht eingeknickt, die Karosserie zeigte auf der Beifahrerseite Brandspuren unterhalb des Türrahmens sowie an der Inneneinrichtung.
Ich habe das Wrack erstmal komplett zerlegt und gereinigt. Danach besorgte ich mir einen neuen (gebrauchten) Rahmen, der zum Glück mit Blattfedern kam. Die am Modell verbauten waren nämlich völlig verbogen. Da schien jemand den Mythos der Unzerstörbarkeit, der diese Tamiya-Veteranen umweht, gehörig ausgelotet zu haben. Beim weiteren Zerlegen des Modells traten immer mehr "Abnutzungen" zu Tage, die mich teilweise verzweifeln ließen.
So war nicht nur die vordere Achse bzw. deren Innenleben gebrochen (infolge des Aufschlags), sondern auch die hintere zeigte starke Gebrauchsspuren. Allerdings lag dies eher daran, das an diesem Modell nichts kugelgelagert wurde, somit die Bronzelager irgendwann "zernudelt" waren und die Antriebswellen um die Achsen eierten. Und diese dabei zerstörten...
Also flugs neue Achsen besorgen und diverse Kleinteile wie neue (gebrauchte) Radiobox, 750er-Motor, Felgeneinsätze und Kugellager, Bumper...
Nach rund zwei Jahren des Sammelns und Puzzelns hatte ich alles zusammen, um das Chassis des Bruisers wieder aufzubauen. Als Schmankerl habe ich den Wagen komplett kugelgelagert, was bedeutete, das relativ komplexe 3-Gang-Getriebe zu zerlegen. Mit diverser Hilfe aus dem Internet ging das dann aber erstaunlich problemlos vonstatten.

Blieb nur noch die Karosserie...
Da diese erheblich beschädigt war, neben den Brandspuren hatte sie diverse Brüche, Kratzer und Abschürfungen, wusste ich zuerst nicht, was ich damit tun sollte.
Ein neues (NIB) Bodyset war mir zu kostspielig, die Reparatur in einen neuwertigen Zustand zu zeitaufwendig (mit zweifelhaftem Ausgang).
Nach ein paar Recherchen und etwas Kopfkratzen kam mir die Idee, dem Bruiser einen sogenannten "Rat-Look" zu verpassen. Dies würde bedeuten, die Karosserie nur in geringfügigem Umfang zu reparieren und die vorhandenen Beschädigungen sinnvoll in ein "Work-horse" Thema einfließen zu lassen.
Gesagt, getan! Nach rund zwei Wochen Arbeit war der "Deckel" so, wie ich mir das ausgemalt hatte. Der perfekte Gegenpol zum soliden, fahrtüchtigem Unterbau.
Damit der Bruiser nicht zum Geisterfahrer werden sollte, bekam er abschließend noch eine Fahrerfigur spendiert. Diese ist ein Reproanfertigung aus dem 58028-Bausatz, dem allerersten Drei-Gang-Modell von Tamiya. Warum bei den späteren Trucks diese Figuren nicht mehr beilagen, ist mir ein Rätsel...
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