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Durchsichtige Karosserien für RC-Cars bestehen aus dem besonders schlagzähen und leichten Kunststoff Lexan. Da sie durchsichtig sind, werden sie grundsätzlich von Innen lackiert. Vorteil: Die glatte, glänzende Oberfläche bleibt immer erhalten. Wir wollen Ihnen in den folgenden Zeilen ein paar Anregungen für Ihr perfektes Modell geben.
Vorbehandlung
Bevor die Karosserie lackiert wird, sollte sie gründlich ausgewaschen werden. Ein weicher Schwamm und handelsübliches Spülmittel haben sich bewährt. Das Lackierergebnis unterscheidet sich zunächst zwar in den meisten Fällen nicht von der ungewaschenen Version, doch bereits kleine Rempeleien können an nicht gesäuberten Stellen Farbabplatzer bewirken. Dort haftet der Lack durch eine Trennschicht aus Ölen oder Fetten nicht richtig.
Besonders kritisch wird es, wenn man vor dem Lackieren die Stoßdämpfer mit Silikonöl befüllt hat. An Stellen mit Silikonölresten haftet garantiert kein Lack. Von einer zusätzlichen Behandlung der Karosserie mit Schleifmittel ist abzuraten, da bei manchen Lacken die Kratzer auch nachher zu erkennen sind. Hände waschen vor dem Abkleben ebenfalls nicht vergessen.
Lacksortiment
Polycarbonatlacke stellen für Lexan die erste Wahl dar. Sie sind auch nach dem Trocknen noch genügend elastisch und verbinden sich mit dem Lexan. Es gibt Farbdosen für das Bemalen mit dem Pinsel oder das Befüllen der Airbrush-Pistole. Daneben stellen Farbsprays einen optimale Wahl dar. Sie sind leicht handhabbar, können allerdings keine feinen Motive wie beim Airbrush nachzeichnen. Metallicsprays und Farbsprays sind oft durchsichtig und würden nur bei sehr dicker Farbschicht vollständig decken.
Ein Anfängerfehler ist dann das übermäßige Aufsprühen einer Farbe, meist solange, bis dicke Lacknasen herunterlaufen. Besser ist es eine hauchdünne Schicht der gewünschten Farbe zu sprühen und mit weiß oder schwarz zu hinterlegen. Weiß und schwarz sind nämlich deckend und bewirken entweder ein leuchtend helles Finish oder eine eher dunklere Schattierung. Für Verbrennerfahrzeuge sollte man abschließend einen weißen, treibstoffunlöslichen Schutzlack aufbringen.
Abkleben
Manchen Fahrzeugen sind bereits Abklebefolien für die Scheiben beigelegt. Bei anderen muß man selbst mittels glattem Abklebeband die Scheiben abdecken. Am einfachsten geht dies, wenn man die Fensterflächen großflächig beklebt und die Kanten mit einem Cuttermesser von innen nachgeht. Von Außen ist die Klinge in der Klebefolie gut zu sehen und kann entsprechend präzise geführt werden.
Sind die Scheiben abgedeckt und möchte man eine mehrfarbige Lackierung aufbringen, so muß man bedenken, dass dunklere Farbtöne durch hellere eventuell durchscheinen. Daher beginnt man zunächst mit dem Abkleben der hellen Flächen und arbeitet sich allmählich bis zur dunkelsten Farbe vor. Diese Stellen werden nicht abgeklebt und können als erste Farbe lackiert werden.
Beim Abkleben ist eine kleine Skizze der Karosserie hilfreich, auf der man bereits die einzelnen Farbzonen markiert. Auf die Lexankarosserie kann man dann mit einem wasserlöslichen Folienschreiber sein Design übertragen und mit dem Abkleben beginnen. Zwischen den einzelnen Farbschichten ist auf ausreichende Trockenzeit zu achten.
Lackieren
Mit der Spraydose sollte man im Abstand von ca. 30cm zügig über die Fläche im Kreuzgang sprühen. Nach dem Trocknen der dünnen Schicht kann eine weitere Schicht aufgebracht werden. Da die stark lösungsmittelhaltigen Dämpfe nicht gerade gesundheitsfördernd sind, muß der Raum gut belüftet sein. Gut geeignet ist ebenfalls das Lackieren an der frischen (möglichst staubfreien) Luft.
Der hohe Verdunstungsgrad der Polycarbonatlacke bewirkt, dass die dünne Karosserie sehr schnell abkühlt. In feuchter Umgebungsluft bewirkt dies ein Kondensieren und Verunreinigen des Lackes mit Wassertröpfchen. Da das Warten auf wärmeres und trockeneres Klima nur extrem geduldigen Zeitgenossen zugemutet werden kann, behilft man sich mit sehr dünnen Farbschichten. Zusätzlich kann man die Karosserie nach jeder Farbschicht von Außen mit einem Fön aufheizen und so dem Niederschlag von Wasser entgegenwirken.
Ausschneiden
Das Ausschneiden ist ein leidiges Thema. Die Resultate mit Lexanscheren können nicht ganz überzeugen, da die Scherenhübe nicht kontinuierlich ausgeführt werden können. Ecken in einem ansonsten rund zu haltenden Radausschnitt sind manchmal die Folge. Die optimalen Resultate erzielt man mit etwas Übung und einem Cuttermesser.
Bewährt hat sich das Ausschneiden nach der kompletten Lackierung. Fließende Bewegungen und ein sauberer Strich sind das A und O beim Anritzen mit einem Cuttermesser. Anritzen, nicht Durchschneiden ist ganz wichtig, denn eine Cutterklinge, die schon tief im Lexan steckt kann nicht mehr geführt werden. Ein feiner Ritz mit einem scharfen Messer (Klinge vorher abbrechen) ohne Druck reicht aus. Man beginnt an den Radhäusern und ritzt danach die Seitenschweller, die Heckschürze und die Frontschürze an den gewünschten Stellen an.
Mit dem Abtrennen des überflüssigen Lexans beginnt man erst nach dem kompletten Ritzen der Karosserie an einem Radhaus. Hier drückt man mit den Fingerspitzen von Innen gegen die Karosserie und von Außen gegen das überstehende Lexan. Ähnlich einem Riss pflanzt trennt sich das Lexan genau am vorher eingeritzten Radius. Der Ritz stellt so etwas wie eine Sollbruchstelle dar. Abschließend können die Kanten mit feinem Schmirgelpapier gerundet werden.
Bohren
Zum Bohren benutzt man Stahlbohrer aus dem Baumarkt. Dazu benötigt man noch nicht einmal eine Bohrmaschine, sondern umwickelt die Bohrer am oberen Ende mit Klebeband. Mit der Hand können nun die entsprechenden Löcher im Lexan gebohrt werden. Wird der Transponder (für die Zeitmessung zuständig) in der Karosserie befestigt, so benötigt man einen Bohrer mit 7mm Durchmesser.
Bei ungebohrten Karosserien ist es wichtig die Bohrungen für die Karosseriehalter vor dem Lackieren zu markieren. Dabei hilft es, wenn man die Karosseriehalter an deren Enden mit Lack bestreicht und die Karosserie von oben symmetrisch aufsetzt. An den abgezeichneten Punkten im Inneren der Karosserie kann man nun die spätere Bohrung körnen oder bereits komplett durchbohren.
Aufkleber
Der Könner schneidet Aufkleber nicht mit der Schere aus, sondern benutzt ein Cuttermesser. Dabei versucht man möglichst knapp am eigentlichen Motiv entlang zu schneiden. Bei großflächigen Bereichen sollte man zunächst den Aufkleber an einer Ecke anbringen und dann von dort mit Fingerdruck den Kleber immer weiter über die Karosserie schieben. Rundungen bewirken eventuell einen Faltenwurf, dem man mit Einschneiden des Klebers oder mit einem Fön begegnen kann. Wie beim Ausschneiden spielt auch beim Bekleben Übung eine große Rolle.
Noch etwas: Nach dem Ausschneiden immer zuerst überprüfen, ob die Karosserie mit eine Schutzfolie überzogen ist. Die hat den Vorteil, dass die Oberfläche nicht mit Farbe eingenebelt wird und absolut glänzend bleibt. Die Schutzfolie muß vor dem Anbringen der Aufkleber natürlich abgezogen werden. Uns ist ein Fahrer bekannt, der erst nach mühseligem Anbringen aller Aufkleber bemerkte, dass er die Schutzfolie wohl vergessen hatte. Mit einem Ruck waren alle Kleber wieder entfernt.
Pflege
Sogar die vorsichtigste Fahrweise hilft nichts: Irgendwann kommt es zum ersten Rempler mit Spuren an der Karosserie. Davon abgesehen macht langsames Fahren auch nicht gerade viel Spaß. Gegen Reifenspuren der Konkurrenten, die sich meist in schwarzen Kreisen auf den Seiten der Karosserie abbilden, hilft Reinigungsbenzin (sehr günstig in Baumärkten zu beziehen). Reinigungsbenzin greift das Lexan nicht an, löst Gummispuren oder sogar Klebereste vollständig auf. Alte Kleber, die beim Abziehen eine häßliche Schicht hinterlassen weicht man vorher bestenfalls mit einem benzingetränkten Lappen an und wischt sie danach mühelos weg.
Nach Überschlägen sind Kratzer oftmals an den Übergängen A-Säule/Dach zu finden. Hier hilft nur noch 1200er Naßschleifpapier (naß anwenden) und die anschließende Politur mit handelsüblicher Autopolitur. Risse bohrt man an deren Ende auf. So wird ein Weiterwandern unterbunden. Gleichzeitig kann man die Karosserie von Innen mit zusätzlichen Lexanstreifen (z.B. Reste vom Ausschneiden) verstärken, die sehr gut mit einer Heißklebepistole haften. Zuviel Heißkleber hat jedoch schon so manches rc-car aufgrund des hohen Gewichtes erlahmen lassen.
Vielleicht sieht man es auch mal aus einer anderen Perspektive: Jeder Kratzer hat seine eigene Geschichte, ist somit ein Andenken an eine bestimmte Rennsituation und macht die eigene Karosserie damit erst so richtig interessant. |
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