|   | | So werde ich schneller | |   | | Der Fahrstil | |   | | |   |
In diesem Tipp geht es um den eigenen Fahrstil. Nachdem das Fahrzeug in einem technisch einwandfreien Zustand ist, wollen wir Ihnen zeigen, wie sie an ihrer Fahrweise feilen können. Zusätzlich wollen wir Ihnen beweisen, dass ihr Fahrstil einen deutlichen Einfluss auf das Fahrzeugverhalten hat. Die Geschwindigkeiten eines rc-cars in den einzelnen Passagen hängen somit stark von ihrem Fahrstil ab und damit natürlich auch die Rundenzeiten...
Nachdem wir bereits in einigen Tipps die Technik und die Ideallinie beleuchtet haben, soll ihnen diese Ausgabe Anhaltspunkte liefern, wie man mit Änderungen im Fahrstil Verbesserungen der Rundenzeit erreichen kann.
Dazu bedarf es zunächst einmal einer selbstkritischen Analyse: Kann ich meinen Fahrstil an Fahrzeug und Strecke anpassen oder habe ich mir bereits einen eingefahrenen Stil angewöhnt, der manchmal besser, manchmal schlechter passt?
Wir wollen Ihnen mit unseren Ausführungen schließlich nicht ins Handwerk pfuschen, sie jedoch zum Nachdenken anregen und zum Übernehmen einiger Tipps. Topfahrern können wir hier nichts mehr vormachen. Sie wissen entweder selbst genau, welcher Fahrstil passt oder sie haben es „einfach im Blut“. Für alle anderen gilt: Üben, analysieren, verbessern – es sei denn sie wollen nicht mal ganz oben auf dem Treppchen stehen. Das gute an den heutigen Tipps: Sie kosten keinen Cent, sondern nur Geduld.
Fahrstil – Was ist das?
Unter dem Begriff Fahrstil versteht man alle Aktionen des Fahrers, die das Fahrzeug beeinflussen. Beim rc-car sind dies demnach das Lenken, das Bremsen und das Gasgeben. Je nachdem, wie man dies tut, kann man das Fahrverhalten in diversen Rennsituationen beeinflussen und zwar deutlich.
Definieren wir zunächst beide Fahrerextreme: Der „Sanfte“ lenkt, bremst und beschleunigt das Modell sehr harmonisch. Der „Digitale“ fährt extrem ruckartig. Für ihn würden einfache Schalter für Gas, Bremse, bei manchen sogar für die Lenkung ausreichen.
Interessanterweise können Topfahrer auch so digital fahren, ziehen jedoch meistens einen sanften, harmonischen Fahrstil vor. Sie geben nur soviel Gas wie nötig, bremsen ohne blockierende Räder und lenken nur so wenig wie nötig in Kurven.
Lenken
Ein ständiges Kurven fahren am Lenkanschlag vertragen nur Fahrzeuge, die sehr untersteuernd ausgelegt sind und damit in jeder Kurve Zeit verlieren. Die eingeschlagenen Räder bremsen zudem das Fahrzeug in Kurven über die Vorderachse ab. Ein neutral abgestimmtes und damit schnelles Fahrzeug wird mit digitalem Fahrstil nahezu unberechenbar.
Da die Seitenkräfte an der Vorderachse beim ruckartigen Einlenken schlagartig steigen, wird das Auto zu schnell um die Hochachse beschleunigt und dreht sich weiter ein, auch wenn die Hinterräder bereits ihre maximalen Seitenkräfte erreicht haben.
Übersteuern beim Einlenken deutet daher auf ein zu abruptes Einlenken des Fahrers hin (vorausgesetzt das Auto fährt einen konstanten Radius ohne Übersteuern). Wer etwas langsamer in die Kurve einlenkt, kann das Auto neutral in die Kurve zirkeln.
Gasgeben & Bremsen
Ebenfalls sorgt abruptes Gasgeben für Lastwechselschläge, die zunächst Grip kosten und das Auto instabil machen können. Insbesondere in Situationen, in denen auf nicht so griffiger Fahrbahn in der Kurve beschleunigt wird.
Besser: Ab dem Scheitelpunkt früh aber kontinuierlich beschleunigen. Am Kurvenausgang ist das Fahrzeug garantiert ein wenig schneller unterwegs und nimmt seinen Geschwindigkeitsüberschuss auf die nächste Gerade mit. Beim Bremsen sieht es ähnlich aus. Griffige Stellen geradeaus gebremst können sofort 100% Bremse vertragen. Was passiert jedoch in der Kurve oder auf rutschiger Bahn? Dort können plötzliche 100% das Auto in einen Dreher zwingen.
Fernsteuerungen und Regler
Die modernen, elektronischen Regler und Fernsteuerungen halten selbstverständlich genügend Möglichkeiten bereit einen digitalen Fahrstil zu verschleifen. So können am E-Regler Strombegrenzungen oder sogar Kennlinien programmiert werden, die einen digitalen Fahrstil bei Brems- und Gasgebevorgängen abschwächen.
Fernsteuerungen mit der Möglichkeit die Lenkwinkelgeschwindigkeiten zu begrenzen tun ein Übriges. Leider hat der Top-Fahrer gegenüber einem digitalen Fahrer mit optimal justierten Fahrhilfen immer noch den Vorteil, dass er im entscheidenden Moment doch mal etwas mehr vom Modell fordern kann bzw. seine Fahrweise den ändernden Rennbedingungen anpasst. So kann er z.B. mal beim Beschleunigen den vollen Strom nutzen oder beim schnellen Einlenken einen Konkurrenten überholen. Schnelles Gegenlenken bleibt ebenfalls noch im Bereich seiner Möglichkeiten.
Training
Auch sie können sich einen sanften Fahrstil angewöhnen. Vergessen sie einfach mal bei einem Trainingnachmittag alle guten Fahrwerkstipps und montieren sie die griffigsten Reifen auf der Vorderachse, weniger griffige auf der Hinterachse (nie beim Rennen ausprobieren). Alle Strom- und Lenkwinkelgeschwindigkeitsbegrenzungen werden ausgeschaltet.
Danach fahren Sie das Modell auf der Ideallinie und steigern sie allmählich ihre Geschwindigkeit. Beginnen sie ganz langsam und geben sie weich Gas, bremsen sie weich und lenken sie nie zu schnell ein. Wir garantieren, dass nach einiger Zeit der weiche Fahrstil in Fleisch und Blut übergeht und sie die Leistungsfähigkeit ihres Autos nicht wieder erkennen, wenn sie es wieder vernünftig abstimmen. Übung macht auch hier den Meister…
Stichpunkte für die Rennstrecke
1) Ein sanfter, harmonischer Fahrstil ist schneller.
2) Elektronische Hilfen bringen weniger als eine gute Fahrtechnik
3) Üben sie ohne Fahrhilfen im freien Training mit viel Grip auf der Vorderachse
4) Übung macht den Meister! |
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