|   | | So werde ich schneller | |   | | Das Fahrwerk Teil 2a: Kinematik | |   | | |   |
In diesem Artikel geht es wieder um das Fahrwerk. Nachdem wir bereits über die Abstimmung von Federn, Dämpfern und Stabilisatoren geschrieben haben, ist heute die Kinematik an der Reihe. Mit Kinematik bezeichnet man allgemein die Bewegungen einzelner Körper im Raum. Am Fahrzeug interessieren uns natürlich die Stellungen der Räder zum Chassis und deren Einfluß auf das Fahrverhalten. Der Einfluß der Kinematik wird oft unterschätzt. Fahrverhalten und Fahrbarkeit eines rc-cars hängen stark von ihr ab und damit natürlich auch die Rundenzeiten...
Um aus dem rc-car eine optimale Rundenzeit herauszuholen, spielt das Fahrwerk eine nicht unerhebliche Rolle. Es sorgt dafür, dass die Räder möglichst ständig Fahrbahnkontakt halten und damit Seitenkräfte in Kurven und Längskräfte beim Beschleunigen und Bremsen übertragen können. Wer die Informationen aus unserem Artikel Fahrwerk Teil 1 beherzigt, sollte mit abhebenden Rädern oder einem springenden Fahrzeug kein Problem mehr haben.
Wir kommen daher in diesem Artikel zur nächsten Stufe - den weiteren Einstellmöglichkeiten am Fahrwerk. Viele rc-cars sind mittlerweile mit komplizierten Radaufhängungen versehen, die nahezu unbegrenzte Einstellmöglichkeiten bieten. Auch mit einer hervorragenden Feder- & Dämferabstimmung kann eine falsche Einstellung der Aufhängungen Probleme im Umgang mit dem rc-car bieten. Da helfen weder Dämpfer noch Federn weiter, damit das Fahrzeug schneller fährt. Einstellungen des Fahrwerks kann man mit dem bloßen Auge kaum erkennen, doch oft liegt hier das Geheimnis eines schnelleren Wettbewerbers begründet.
Neutral ist optimal
Um eine schnelle Rundenzeit zu erreichen, ist ein neutral liegendes Fahrzeug in möglichst jeder Fahrsituation anzustreben. Übersteuern (ausbrechendes Heck) und Untersteuern (Schieben über eingeschlagene Vorderräder) kosten Zeit. Beim Übersteuern muss durch Gegenlenken das Fahrzeug stabilisiert werden. Beim Untersteuern liegt die Kurvengeschwindigkeit des Fahrzeugs unter der möglichen erreichbaren des Fahrzeugs. Ein Fahrzeug, welches über Vorder- und Hinterachse gleichmäßig zum Kurvenaußenrand schiebt ist daher optimal.
Leider stehen einem in allen Fahrsituationen neutralen Fahrzeug viele Hindernisse im Weg. Neben den Querkräften werden Längskräfte (Beschleunigen, Verzögern) über die einzelnen Reifenaufstandsflächen ins Fahrwerk eingeleitet. Die Kräfte sorgen für das Arbeiten der Aufhängungen und durch die Verwindungen für Veränderungen in der Geometrie der Aufhängung. Bei Fahrzeugen mit viel Bewegungsfreiheit in den Aufhängungen, sei es durch zu weiche Werkstoffe der Querlenker oder durch Spielpassungen kommt es zu starken Veränderungen in der Fahrzeuggeometrie, auf die wir noch weiter eingehen. Hochwertige, heutige rc-cars haben diese Probleme bereits gut in den Griff bekommen, wie wir ebenfalls beweisen.
Stichpunkte für die Rennstrecke
1. Feder- & Dämpferabstimmung muss ständigen Bodenkontakt der Reifen garantieren
2. Der Sturz wird zunächst auf Kurvenfahrt optimiert
-die höchste Haftung gibt es nur bei optimalem Sturz
-Sturzwerte zwischen 0° und -3° sind meist optimal
-positiver oder zu negativer Sturz reduzieren die Haftung wieder
3. Spur
-beginnen Sie mit dem Auto „D“ mit geringeren Werten von ca. 2-3°
(siehe Artikel "Spur")
4. Nachlauf
-nicht bei allen rc-cars einstellbar
-bei Fahrzeugen mit wenig Spiel reicht ein geringerer Nachlauf aus
-er beeinflußt den Griff der Vorderachse bei Kurvenfahrt
5. bei Übersteuern
(Auto bricht mit dem Heck aus)
a) an der Hinterachse
- Sturz optimieren
- Spur in Richtung Vorspur
b) an der Vorderachse
- Spur in Richtung Nachspur
- Sturz reduzieren
- Nachlauf reduzieren
6. bei Untersteuern
(Auto schiebt über eingeschlagene Vorderräder zum Kurvenaußenrand)
a) an der Vorderachse
- Sturz optimieren
- Spur in Richtung Vorspur
- Nachlauf verstärken
b) an der Hinterachse
- Sturz reduzieren
- Spur in Richtung Nachspur
Zu diesem Artikel gehören noch die Tipps: Sturz - Spur - Nachlauf |
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