So werde ich schneller 
 
Das Fahrwerk Teil 2b: Sturz
 
 
Eine recht häufig anzutreffende Einstellmöglichkeit bei rc-cars betrifft den Sturz. Besitzt das Modell eine hintere Starrachse (Formel 1, PRO10) ist keine Sturzeinstellung möglich. Hier gilt allerdings, dass sich der Sturzwert auch bei Kurvenfahrt nicht ändert und konstant 0° beträgt. Bei Tourenwagen drücken allerdings die Querkräfte in den Aufstandsflächen der Räder diese kurvenaußen in Richtung eines positiven Sturzes. Da die Reifen dann nicht mehr mit der optimalen Auflagefläche auf dem Asphalt aufliegen und die Reifenflanke die Querkraft nicht optimal in die Felge einleiten kann, haftet das Rad an dieser Achse entsprechend weniger.



Sie sehen - auch mit der Hilfe des Sturzes kann Über- und Untersteuern in gewissen Maßen beeinflußt werden.
Fahrzeuge mit Spiel in der Aufhängung neigen stärker zur Ausbildung eines positiven Sturzes während der Kurvenfahrt. Das Ziel der Sturzeinstellung im Stand ist es deshalb die Reifenhaftung bei Kurvenfahrt zu optimieren. Im Stand muss das Fahrzeug daher mit negativem Sturz eingestellt werden. -5° sind meistens zu viel, da die Reifen dann auch bei Kurvenfahrt nur auf der inneren Flanke stehen. Zwischen 0° und -3° liegen oftmals plausible Sturzwerte. Sturz unter -3° oder positiver Sturz reduzieren die mögliche Haftung in Kurven. Für eine präzise Einstellung z.B. bei Tourenwagen gibt es Winkelmesser, die an den Felgenaußenkanten oder Set-Up-Rädern angelegt werden. Es geht jedoch auch einfacher.

a) Man stellt ein Geodreieck neben das Rad und mißt den Abstand, der sich am oberen und unteren Felgenrand ergibt. Die Formel für den Sturzwinkel lautet:
Sturzwinkel = arcsin (Abstand oben - Abstand unten) / Felgendurchmesser)

b) Man drückt das Chassis auf einer ebenen Oberfläche mit dem Finger zur gedachten Kurvenaußenseite. Jetzt entspricht die Belastung auf den kurvenäußeren Rädern der Belastung während der Fahrt. Die Räder auf dieser Seite sollten eine optimale Auflage aufweisen und tendenziel weder zu stark auf der Innen-, noch auf der Außenflanke stehen.

c) Die Reifen werden mit einer dünnen Linie (z.B. Edding silber) quer auf der Lauffläche markiert und man fährt mit der ersten, groben Abstimmung einige Runden auf der Strecke. Anhand des abgeriebenen Strichs kann gut erkannt werden, ob der eingestellte Sturz in Ordnung ist. Ist an der Kurvenaußenseite der Reifen der Strich noch gut erkennbar, muss der negative Sturz wieder etwas zurückgenommen werden. 


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